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Hansestädten auf der Spur: Bremen

Als echte Hanseatin interessieren mich natürlich sämtliche Hansestädte und die interessanten Geschichten hinter den Städten. Dadurch ist auch meine Reise-Serie „Hansestädten auf der Spur“ entstanden. Hier möchte ich euch zukünftig, nach und nach versteht sich, alle Hansestädte vorstellen.

Was ist eigentlich eine Hansestadt?

Zugegeben hier oben in Norddeutschland weiß man natürlich, was eine Hansestadt ist… doch sicherlich gibt es viele Menschen, die zwar schon einmal den Beinamen Hansestadt gehört haben und auch wissen, dass es davon so einige gibt, doch man ist sich evtl. nicht ganz so sicher, wann genau eine Stadt eigentlich den Namen verdient hat.

Hansestadt Bremen an der Weser
Hansestadt Bremen an der Weser

Hansestädte sind im Mittelalter entstanden. Es handelt sich dabei um Städte, die sich damals einem Kaufmanns- und Städtebund – nämlich der Hanse – angeschlossen hatten.

Tatsächlich soll es rund 200 Ort gegeben haben, die irgendwann mal zur Hanse gehörten. Da oft nichts schriftliches festgehalten wurde, ist es heute schwer nachvollziehbar, wer tatsächlich alles mal zu dem Verein zählte. Die meisten Deutschen kennen eine handvoll Städte, die heute noch den Beinamen Hansestadt tragen – darunter z.B. Hamburg, Bremen oder Lübeck. Doch es gibt in Deutschland natürlich noch viel mehr Städte, auch kleine darunter, die den Namen heute (wieder) tragen (dürfen). Seit 1990 bemühen sich immer mehr, dieser alten Städte, den alten Zusatznamen wieder für sich verwenden zu dürfen.

Familientipps für einen Besuch in der Hansestadt an der Weser

Bremen ist eine der drei Städte in Deutschland, die eigentlich schon immer den Beinamen Hansestadt getragen hat. Als erstes wurde vor rund 1.000 Jahren das Bistum Bremen gegründet. Daraus entstand dann die Stadt Bremen, damals noch der kaiserlichen Hoheit unterstellt, doch nicht mehr dem Erzbischof. So wurde aus der Stadt eine Freie Reichsstadt.

Wer mehr zu der Geschichte von Bremen erfahren möchte, dem empfehle ich einen Besuch im Bremer Geschichtenhaus. Dieses befindet sich im Schnoor-Viertel, oberhalb der Weser. Das Schnoorviertel an sich ist auf alle Fälle schon einen Blick wert. Fühlt sich der Besucher beim Gang durch die engen Gassen und entlang der süßen kleinen Fachwerkhäuschen, doch schon etwas in der Zeit zurückversetzt.

Die Führung durch das Geschichtenhaus wird von historisch gekleideten Schauspielern begleitet und dauert rund eine Stunde. Dabei begegnet der Besucher nicht nur der Giftmischerin Gesche Gottfried, sondern erfährt auch einige historische Informationen zur Schifffahrt, Pest in Bremen, Heini Holtenbeen u.v.a. Bremer Unikaten.

Ein Besuch im Bremer Geschichtenhaus ist etwas für die ganze Familie – die Kinder werden bei dem Rundgang z.B. auch in historische Gewänder gekleidet und es darf Schokolade und Kaffee gekostet werden.

  • Öffnungszeiten: täglich 11 Uhr bis 18 Uhr (Achtung: Am Montag wird erst um 12 Uhr geöffnet)
  • Eintritt: 6,90 Euro pro Person (Kinder und Senioren zahlen weniger)
  • Adresse: Wüstestätte 10 (im Schnoor), 28195 Bremen

Historische Altstadt von Bremen familienfreundlich erkunden

Nur wenige Schritte vom Schnoor entfernt liegt das Rathaus mit dem Rathausplatz, dem Roland, dem wunderschönen St. Petri Dom und natürlich nicht zu vergessen eine Statue der „Bremer Stadtmusikanten„. Ich möchte an dieser Stelle behaupten, die Bremer Altstadt ist eine der schönsten in Deutschland. Zur aktuellen Jahreszeit ist natürlich auch der Weihnachtsmarkt auf dem Platz vor Dom und Rathaus ein stimmungsvolles Erlebnis.

Wer vor Ort ist, sollte einen Blick in den St. Petri Dom werfen (bereits um das Jahr 800 begann man mit dem Bau). Für einen kleinen Obolus (1.- Euro pro Person) dürfen die Besucher auch auf den Turm steigen. Über enge Wendeltreppen erreicht man nach 265 Stufen die Aussichtsplattform. Berührungsangst sollte man hier aber nicht haben, denn Körperkontakt ist beim Auf- und Abstieg, mit entgegenkommenden Besuchern, fast nicht vermeidbar.

Blick auf Bremen vom Turm des St. Petri Dom
Blick auf Bremen vom Turm des St. Petri Dom

Familien-Tipp Stadtmusikanten-Rallye: Auch die Hansestadt Bremen liegt, wie auch die kleine Hansestadtschwester Buxtehude an der Deutschen Märchenstraße. Wer mit Kindern unterwegs ist, kann das Märchenthema auch einmal anders erleben und z.B. die Kids mal „Bremer Stadtmusikanten“ in der Stadt zählen lassen. :-) Davon gibt es jede Menge im Schnoor, am Rathaus, Dom, Böttcherstraße bis hinunter zur Schlachte etc. Und zwar in den unterschiedlichsten Varianten.

Tipp: Stadtmusikanten-Rallye durch Bremen
Tipp: Stadtmusikanten-Rallye durch Bremen

Neben dem Dom befindet sich ein kleiner Garten, dieser kann mit dem Gang durch ein Eisentor erreicht werden. Wer durch das Tor schreitet und sich links, treppabwärts hält, findet einen echten Geheimtipp mit ein klein wenig Grusel-Faktor – „der Bleikeller“. Kinder sind ganz fansziniert von den Mumien die hier 1698 zufällig gefunden wurden und die hier auch ausgestellt sind. Der Eintritt kostet 1,40 Euro pro Person; Kinder zahlen die Hälfte.

Vom Rathausplatz empfiehlt sich ein Gang in Richtung Weser, durch die Böttcherstraße. Wer hier genau hinschaut, der entdeckt auch den Beweis, dass die Bremer Stadtmusikanten tatsächlich in Bremen angekommen sind. 😉 Ansonsten befindet sich auch das Glockenspiel, welches tagsüber immer zur vollen Stunde eine Melodie spielt, verschiedene Museen und auch eine Bon-Bon-Manufaktur, in der Böttcherstraße.

Familien-Tipp: Unbedingt mit den Kindern in die kleine Bon-Bon-Fabrik einkehren und hier bei der Herstellung der klebrigen Leckerei zuschauen. Wirklich interessant und die Kinder können sich natürlich den Blick nicht von den bunten Lutschern lassen. Frisch hergestellte Lutscher gibt es aber, in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen, schon ab 0,80 Euro.

 

Läuft einem da nicht das Wasser im Mund zusammen? :-)

Ein von SPANESS (@spaness.de) gepostetes Foto am

Piraten essen Pfannkuchen

Unten an der Weser (Schlachte) angekommen, ist auch schon ein altes Schiff zu entdecken. Hier gibt es Pfannkuchen für kleine und große Piraten. Neben der Bon-Bon-Manufaktur und dem Geschichtenhaus, mit Sicherheit auch ein echtes Highlight für Kinder. Die Karte zählt rund 50 verschiedene Varianten dieser Mehlspeise. Von deftig mit Schinken, Käse und Zwiebeln – über exotisch mit Ananas, Curry und Hühnchen – oder auch als reine Süßspeise mit Schokocreme, Puderzucker und Honig. Alles mit musikalischer Piraten-Untermalung.

Piraten-Pfannkuchen-Schiff auf der Weser (an der Schlachte)
Piraten-Pfannkuchen-Schiff auf der Weser (an der Schlachte)

So gestärkt kann die Familienerkundungstour durch die Stadt locker weiter gehen – z.B. noch entlang der Schlachte, in die neue Überseestadt, bei einer Weserschifffahrt oder in den Stadtpark… Als wir in Bremen zu Gast waren, tobte auch gerade der Freimarkt auf der Bürgerweide. Natürlich auch ein echtes Highlight für Familien.

Extratipp: Die Seenotretter

Die Seenotkreuzer auf den Stationen und die DGzRS-Zentrale in Bremen können nach vorheriger Terminabsprache besichtigt werden und zwar völlig kostenfrei. Wer an einer Besichtigung interessirt ist, muß aber vorher einen Termin vereinbaren. Terminvereinbarung sind möglich unter Telefon +49 (0)4 21 / 53 707-412).

  • Mögliche Führungen: Mo-Fr 10+14 Uhr, nach Voranmeldung
  • Werderstraße 2,28199 Bremen

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Erschienen in: Bremen, Deutschland, Europa, Wellness-Bummler Ausflugs-Tipps

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Tanja Klindworth

Hier schreibt Tanja Klindworth

Tanja Klindworth ist nicht nur eine der beiden (Haupt)Reiseblogger beim Wellness-Bummler. Sie schreibt darüber hinaus auch für viele andere Blogs, Webseiten, Reise- und Fachmagazine und ist das Herz der Online-Redaktion des SPANESS-Wellnessmagazins. Ihre Fachbereiche sind: Wellnesstrends, Gesundheit, Urlaub und Reise.

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Familienurlaub aber bitte mit Wellness am 5. April 2015 um 11:43 Uhr

[…] Familien-Streifzug durch Bremen […]

Zur Kirschblüte ins Alte Land am 3. Mai 2015 um 20:22 Uhr

[…] Bremen, die Hansestadt der Bremer Stadtmusikanten […]